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05.10.2010


 

 

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Medizintechnik - Informationen
und aktuelle News

 

 


 

Presse-Information Hochschule Augsburg

 

   

Patienten vertrauen Ärzten mit guten Apparaten - Patientenstudie der Hochschule Augsburg zur Apparatemedizin in Deutschland    
   


Die Behauptung "Patienten wollen Ärzte statt Apparate" ist widerlegt. In Verbindung mit einem Arztgespräch ist Apparatemedizin sogar ein begehrter Bestandteil der medizinischen Versorgung.

Zu dieser Feststellung kommt eine neue Imagestudie an der Hochschule Augsburg, die heute auf dem Berliner Hauptstadtkongress 2009 vorgestellt wurde.
Gemeinsam mit einem Team von Studierenden wertete der Augsburger Marketingdozent und Patientenforscher Professor Gerhard Riegl vom März bis Mai 2009 die Einschätzungen von 1400 Patienten aus. Diese wurden nach der ärztlichen Versorgung und zum Einsatz von medizintechnischen Geräten für Untersuchungen oder Behandlungen befragt.

"Die Ergebnisse zeigen eindeutig eine Hochschätzung der Apparatemedizin", betont Riegl. Allerdings wünschen sich die Patienten, dass sowohl bei den Untersuchungen als auch bei den Ergebnissen mehr erläuternde Gespräche stattfinden. Patienten auch in Zeiten der Budgetknappheit und des Sparzwangs zu Wort kommen zu lassen, war nach Riegl Anlass der Studie.

Im Einzelnen zeigt die Studie, dass der Ruf der Apparatemedizin vor allem mit vorangegangenen Erfahrungen der Bürger im Medizinbetrieb zusammenhängt. Diese werden zu zwei Drittel von Kleingeräten, wie Ultraschall, EKG, Röntgen und zu einem Drittel von Großgeräten, wie CT, Kernspin/MRT und Nuklearmedizin, beeinflusst.

Für 76 % der Bevölkerung steigert der Einsatz von zusätzlicher Apparatemedizin spürbar die Qualität ihrer ärztlichen Versorgung. 14 % können sich dazu nicht äußern und 6 % sehen keine Auswirkungen.

Mit einer Gesamtzufriedenheit von 1,9 nach der Schulnotenskala schneidet Apparatemedizin bei Patienten besser als erwartet ab. Ärzte hatten im Vorfeld mit 2,1 gerechnet. Imagenachteilig sind jedoch die wenigen Gespräche mit Patienten während des Einsatzes von medizintechnischen Geräten. Diese wurden mit einem Notendurchschnitt von 2,6 bewertet.

Den größten Nachholbedarf bei Gesprächen sehen 60 % der Patienten beim Thema: "Welche Belastung gehen von Untersuchungen aus?". An zweiter Stelle des Gesprächsbedarfs steht mit 58% die Frage: "Wie geht es nach dem Befund weiter?".

Jeder Patient nennt im Schnitt 2,1 unangenehme Begleiterscheinungen und 3,9 vorteilhafte Aspekte der Medizintechnik bei ärztlichen Untersuchungen, von jeweils 8 möglichen Kriterien. Das Unangenehmste sind mit 48 % die Wartefristen und das Warten in der Kabine sowie mit 34% das Warten bis zum Befund. Den größten Vorteil sehen 80 % im Erzielen genauerer Untersuchungsergebnisse, 64 % nennen schonende, schmerzfreie Untersuchungsmethoden, 61% schnellere oder frühere Diagnosen sowie 47% bessere Kontrollen zur Nachsorge.

Zur äußerlichen Verbesserung von Untersuchungen wünscht sich der Großteil der Patienten mit 57 % leise Musik oder Meeresrauschen sowie weniger Störgeräusche.

Insgesamt genießen Fachärzte/Radiologen mit 72 % das größte Patientenvertrauen bei ärztlichen Untersuchungen. Hausärzte stehen mit 57 % an zweiter Stelle. Speziell bei leichten Erkrankungen genießen Hausärzte mit 81 % das Spitzenvertrauen. Fachärzte / Radiologen erzielen in diesem Fall immerhin noch beachtliche 57 %. Bei schweren Erkrankungen hingegen liegen Fachärzte und Radiologen mit 85 % weit vorn. Auf diese folgen mit 41% Unikliniken, Hausärzte mit 32 % und schließlich Allgemeinkliniken mit 22 %.

Der Einsatz medizintechnischer Geräte steigert mit 78 % ähnlich stark das Vertrauen der Patienten in die Medizin wie ärztliche Beratung mit 80 %. In der Vergleichsbefragung stärkt Medikamenteneinsatz nur zu 46 % das Vertrauen in die Medizin.

Der Wissenstand der Patienten über Apparatemedizin ist mit einem Notendurchschnitt von 3,2 beschränkt. Ähnlich verhält es sich mit dem Wissen über Klinikleistungen. Der Notendurchschnitt beträgt hier 3,3. Über Hausärzte, Fachärzte und Medikamente wissen die Menschen dagegen besser Bescheid, was die Noten von 2,8 bis 2,9 belegen. Als Quelle für gute Informationen über Apparatemedizin nutzt die Bevölkerung neben Empfehlungen von Ärzten mit 76 %, Broschüren und Fachmagazine mit 44 % sowie Medien mit 36 %. Internet-Suchmaschinen oder Homepages sehen bereits jeweils 34 % der Patienten für Apparate-Zusatzinformationen als geeignet an.

Erkennbar gute Apparatemedizin wirkt sich nach Aussagen der Bürger sehr positiv auf die gesamte Arzt-Patienten-Beziehung aus: bei der Arztauswahl zu 82 %, bei der vertrauensvollen Kooperation zu 69 % und bei der Arzttreue mit regelmäßiger Vorsorge/Kontrolle zu 70 %.

Hoch aktuell ist die Frage, ob Patienten heute ihre Versorgung mit apparativen Leistungen als ausreichend beurteilen oder ob sie sich unter- bzw. überversorgt (Doppelversorgung) fühlen. 77 % denken, sie sind mit allem Notwendigen versorgt. Privat-Patienten erleben ca. 10 % mehr ausreichende Versorgung als GKV-Patienten. Unterversorgt fühlt sich jeder fünfte Patient (21 %). Ärzte, die das Spektrum des Möglichen besser überschauen als Patienten, befürchten Unterversorgungen von 62 % bei ihren Patienten. Die Überversorgung (einschließlich Doppeluntersuchungen) von im Schnitt 6 % wirkt sich bei Privatpatienten mit 17 % besonders deutlich aus.

Im Hinblick auf eine künftig zunehmende Eigenverantwortung von Patienten für ihre Gesundheit wurde die Bereitschaft zu finanziellen Eigenbeiträgen für zusätzliche, medizinische Leistungen, soweit sie nicht von der Kasse erstattet werden, untersucht. Die Vergleichsauswertungen über drei verschiedene Medizinbereiche zeigen: 44 % der Bürger sind zu Eigenbeiträgen bei persönlicher ärztlicher Beratung und Behandlung bereit. Bei apparativen Untersuchungen und ärztlichen Abklärungen sind mit 48 % sogar noch mehr Menschen zu Eigenleistungen bereit und bei Medikamenten gibt es mittlerweile 51% Bereitschaft. 30 - 38 % der Bevölkerung lehnen Eigenleistungen in den drei Bereichen völlig ab und 20 % sind noch unentschlossen.

Hauptsächlicher "Gesundheits-Investitionsbereich" für 52 % der Patienten stellt bei apparativen Untersuchungen die zusätzliche Vorsorge oder Früherkennung außerhalb des GKV-Katalogs dar. Jeder Vierte wäre bereit, für modernste Technologie und Innovationen bei Apparatemedizin Etwas auf zu bezahlen.

Gute medizintechnische Geräteausstattungen genießen bei Patienten eine beeindruckend hohe Priorität für die Beurteilung der ärztlichen Versorgung und sind damit wichtig für den qualitätsorientierten Leistungswettbewerb.

Forschungspartner:

Fachlicher Expertenbeirat, Mitinitiator und Förderer dieses wissenschaftlichen Hochschulprojekts ist Herr Dr. med. Stefan Braitinger, Arzt für radiologische Diagnostik und Neuroradiologie, Ärztlicher Geschäftsführer RADIO-LOG Bayern, Vorstand des Vereins für nuklearmedizinische und radiologische Zentren in Bayern, Leitung Stabsstelle Kommunikation und Organisationsentwicklung. Außerdem wurde das Hochschul-Projekt von Siemens Healthcare Deutschland unterstützt.

Tobias Weismantel, Pressestelle
Hochschule Augsburg - Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Augsburg

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung

 

 

 

 

 

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